Wir haben eine Straßenkatze adoptiert - das Leben mit Hund und zwei Katzen

by - 16:31:00

Ich hatte ja bereits im Sommer einen Beitrag zu meiner langen Auszeit geschrieben. Neben wochenlangem Urlaub und anschließender Renovierung hatte ich aber noch einen weiteren Grund, der mich auf Trab gehalten und von allem Möglichen abgehalten hat. Wir haben ein Katzenbaby adoptiert, das mittlerweile ein ganz schön großer Kater geworden ist. Geplant war das nicht, aber mal von Anfang an. 


Baby Kater Elio

Die Vorgeschichte

Wir haben ja schon unseren Hund, eine Französische Bulldogge, die mittlerweile seit über 10 Jahren bei uns lebt. Vor zwei Jahren ist dann noch eine Katze eingezogen, genau genommen Kater Kyrie, ein kuscheliger Britisch Kurzhaar. Von Kyrie´s Einzug bei uns habe ich schon berichtet, hier geht es zum Beitrag. Und eigentlich dachte ich, die Familienplanung wäre soweit abgeschlossen, drei Kinder, Hund, Katze - das reichte mir dann doch. Aber meine Tochter und Neuzugang Elio haben mir einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht.

Wie wir zu unserem Katzenbaby gekommen sind

Irgendwann im Urlaub tauchte Töchterchen mit besagtem Kater auf, der völlig verwahrlost und abgemagert war. Er war eine kleine Waise und hat sich auf dem Grundstück von Nachbarn hinter dem Schuppen verschanzt und es war ein ziemlicher Kampf, ihn dort heraus zu bekommen. Schließlich hat es irgendwie geklappt und ratet mal - klar habe ich meiner Tochter gesagt, dass wir uns (erstmal...) um das Kätzchen kümmern. Gesagt getan - ich habe die komplette Erstausstattung für das Baby gekauft, außerdem Futter und Fläschchen, denn er hat in der Anfangsphase noch teilweise aus der Flasche getrunken. Es hat fast zwei Tage gedauert, bis der kleine Kerl sich getraut hat, hinter dem Schrank hervor zu kommen, daher haben wir ihm Futter und Wasser daneben gestellt, damit er frisst. Die Katzentoilette hat unser schlauer kleiner Kater übrigens von Anfang an genutzt :)

Erste Annäherung an Menschen

Meine Tochter hatte eine Engelsgeduld und hat sich tagelang fast rund um die Uhr in ihrem Zimmer aufgehalten und sich um ihren kleinen Kater gekümmert - mit Erfolg. Irgendwann ist er aus seinem Versteck gekrochen, hat sich ans Bett herangepirscht und ist darauf geklettert. Nach einer Weile hat er sich zu meiner Tochter gelegt und kann seitdem nicht mehr ohne sie. Also hat sie beschlossen, dass Elio, wie sie den Kater zwischenzeitlich genannt hat, "natürlich mit nach Hamburg zu uns kommt, ich lass ihn doch nicht hier...." Gesagt getan, danach ging der Tierarzt Marathon los, denn Elio brauchte natürlich sämtliche Impfungen, musste gechipt werden, brauchte einen Reisepass, außerdem hatte er verklebte Augen und Würmer, die ich habe behandeln lassen. Die Augen waren so entzündet, dass ich richtig panisch geworden bin, als wir das halbwegs im Griff hatten, bekam Elio eine schwere allergische Reaktion - der Start ins neue Leben war alles andere als einfach.

Hund und Katzen aneinander gewöhnen

Zurück in Hamburg wurde es dann schwierig - unser Hund hat den Kater sofort akzeptiert, aber Kyrie -damit war zu rechnen- hat sich wie eine Diva verhalten und hat das kleine Kätzchen sofort angefaucht und angeknurrt, sobald es auch nur in seine Nähe kam. Das Drama ging eine Woche lang so, egal, was wir versucht haben, wir konnten die Katzen nicht aneinander gewöhnen. Wir habe Tipps im Internet gesucht, YouTube Videos geschaut und irgendwie hat nichts geholfen. Letztlich hat es funktioniert, aber wir brauchten viel Geduld und haben die Kater immer wieder auf Distanz vorsichtig einander näher gebracht. Mit Erfolg - heute sind sie beste Freunde und ein richtiges Chaos Team. Es macht richtig Freude, sie um sich und im Haus zu haben. Elio ist übrigens ein absoluter Kuschelkater geworden, der sich sofort auf Menschen legt oder setzt, sobald man sich irgendwo platziert. Im gleichen Moment geht das Schnurren los und er klebt förmlich an einem. Schlafen kann er nur mit direktem Körperkontakt, meine Tochter und mich verfolgt er auf Schritt und Tritt und schreit sofort los, wenn er unsere Stimme hört, uns aber nicht sieht. Ich bin mit Katzen aufgewachsen, aber so eine anhängliche habe ich tatsächlich noch nie gesehen. Aktuell in diesem Moment sieht es so aus, ich muss den Laptop immer wieder zur Seite stellen, Kater zur Seite schieben, nur damit er sich sofort wieder auf mich legt.

Elios liebste Schlafposition

Was zu beachten ist bei der Adoption eines Katzenbabys

Auch wenn so ein Katzenbaby einfach nur unwiderstehlich und süß ist - es sollte so lange wie möglich mit seiner Mutter und auch den Geschwistern aufwachsen und frühestens mit 12 Wochen von ihnen getrennt werden. In dieser Zeit werden die Kätzchen für´s Leben geprägt und entwickeln ihr Sozialverhalten, daher lasst Euer Kitten solange wie möglich bei der Mama. Bei Elio war uns das leider nicht möglich, da er keine Mama mehr hatte. Das merkte man gerade in der Anfangsphase, denn er hat kurzerhand beschlossen, dass meine Tochter seine Mama ist und sich auch so verhalten.

Und bevor man sich bei Züchtern umschaut - vielleicht habt auch Ihr ein Katzenkind in Not in Eurer Nähe, ein Besuch im Tierheim wäre ein erster Schritt, auch im im Netz finden sich viele Tiere, die dringend ein Zuhause suchen. Wir haben das erste Mal ein notleidendes Tier aufgenommen und ich würde es immer wieder tun, meine Eltern haben im letzten Jahr eine Straßenkatze adoptiert und sind seitdem richtig aufgeblüht.


Er belagert jedes Bett und kriecht unter Decken

Wenn Euer Kitten dann bei Euch einzieht, solltet Ihr nichts überstürzen und den Transportkorb einfach erstmal abstellen und abwarten, bis es von alleine heraus kommt und anfängt, die neue Umgebung zu erkunden. Und falls schon eine Katze bei Euch wohnt: Wie oben beschrieben - habt Geduld!

Das Leben mit Hund und zwei Katzen

Ich kann mir gar nicht vorstellen, ohne meine drei Chaoten zu sein, denn sie sind einfach eine Bereicherung. Beim Füttern lassen die beiden älteren dem Jüngsten höflich den Vortritt und warten, bis er fertig ist. Die drei verstehen sich super und sind ein richtiges Team. Häufig kuscheln sie einträchtig zusammen auf der Couch oder beide Kater auf meinem Bett. Letzteres ist irgendwie immer belegt, wenn ich schlafen möchte, aber dieses Phänomen kennen ja wahrscheinlich alle Katzenbesitzer*innen.

Immer belegt - eigentlich ist das mein Bett 

Ganz wichtig übrigens: Die Katzentoiletten

Ja, richtig, Toiletten in der Mehrzahl. Denn bei zwei Katzen reicht eine definitiv nicht aus und ihr werdet das eine oder andere Malheur im Haus haben, das habe ich jetzt schon alles durchexerziert. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass man immer eine Toilette mehr haben sollte als Katzen. In meinem Fall wären das drei, ich habe derzeit aber nur zwei und fahre sehr gut damit. Voraussetzung dabei ist aber, dass diese immer, wirklich immer penibel sauber sind, sonst findet Ihr an den unmöglichsten Orten ein Malheur vor, zum Beispiel in der Badewanne....Das habe ich jetzt alles hinter mir, auch spontan das Katzenstreu wechseln und eine andere Sorte nehmen ist übrigens keine gute Idee. Wenn die neue Sorte der Katze nicht genehm ist, wird sie Euch auf das Bett, in den Blumentopf oder sonst wo hinpinkeln.

Die richtige Katzenstreu und wie vermeidet man Gerüche

Ich habe zwei Katzentoiletten und verwende extra klumpende Streu mit Duft, letztere gibt es so ziemlich überall, in der Drogerie, im Discounter oder bequem online. Meistens bestelle ich hier online* und auf Vorrat, da wir doch einen ziemlich hohen Verbrauch haben und ich es körperlich einfach nicht schaffen würde, das alles zu schleppen. Unser Katzenstreu ist speziell für Mehrkatzenhaushalte gedacht, wo es auch entsprechend mehr Gerüche gibt und die Aktivkohle schafft hier ein bisschen Abhilfe.


 

Bei der Reinigung entferne ich mehrmals täglich die Klumpen aus den Toiletten und schütte entsprechend frische Katzenstreu nach. Und da die entfernten Klumpen wirklich sehr streng riechen, kann man sie nicht einfach in einen Müllbeutel werfen und stehen lassen (wer Katzen hat weiß, wovon ich spreche). Das Ganze stinkt - und zwar sehr. Da hilft nur, den Müllbeutel gleich zu verknoten und vor die Haustür zu stellen. Weil mein Verbrauch an Müllbeuteln ins Exorbitante steigen würde bei der Menge, habe ich schon nach Kyries Einzug damals nach Alternativen gesucht und bin auf den Litter Locker gestoßen. Das ist in etwa ein Pendant zu den Windeleimern, die ich noch aus Babyzeiten meiner Kinder kenne. Ich hatte zwar schon einen Litter Locker (das alte Modell), da ich jetzt aber zwei Katzen habe, musste ein zweiter her. Und da es das alte Modell nicht mehr gibt, ist es der Litter Locker Fashion geworden, ein ähnliches Modell findet Ihr hier*. Dieser Eimer ist wirklich absolut geruchsdicht, egal wie voll er ist und man kann ganz entspannt mehrmals am Tag zwischendurch einfach kurz das Katzenklo sauber machen.

Katzentoilette und Litter Locker

Zu guter Letzt: Das Katzenkind möchte spielen, braucht viele Kuscheleinheiten und einen Kratzbaum!

Sonst passiert ein Unglück. Zumindest bei uns ist es so, denn wenn Elio sich langweilt, fliegt hier so einiges durchs Haus und es kracht und scheppert. Katzenspielzeug an sich findet er gar nicht so spannend, sondern widmet sich lieber Dingen, die wir eigentlich noch brauchen (Briefe, Geschenkpapier zum Beispiel) und zerfetzt sie kurzerhand, oder gräbt die Blumentöpfe um - die Liste ist lang. Wenn ich gerade keine Zeit habe mit Elio zu kuscheln, rennt er mir laut miauend kreuz und quer durchs ganze Haus hinterher und zwar so lange, bis ich mich hinsetze und er auf mich klettern kann.

Ach ja und nicht zu vergessen ist natürlich der richtige Kratzbaum - mein letzter ist ziemlich lädiert und für zwei Katzen auch zu klein, daher muss schnell ein neuer her, bevor Elio sich weiter an meinem neuen Boxspringbett austobt. Das im Übrigen gar nicht mehr so neu aussieht....Daher habe ich mir schon ein etwas größeres und relativ preisgünstiges Modell als Kratzbaum ausgesucht*, das ich bestellen werde, da es gute Bewertungen hat und auch für zwei Katzen geeignet ist. 


Wir sind alle mehr als glücklich über Elios Einzug - auch wenn anfangs nicht alle Familienmitglieder begeistert waren, ist der kleine Kater mittlerweile jedermanns Liebling und unser kleiner Sonnenschein.

Habt Ihr auch Haustiere? Könntet Ihr Euch vorstellen, eins zu adoptieren?

* Beitrag enthält Affiliate Links

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10 Kommentare

  1. Toll, ich hätte genau so gehandelt. Ist ein wunderschönes Tier. LG ROmy

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  2. Ein sehr schöner Bericht! Ja wir haben auch Katzen - um genau zu sein 11. Alle von der Strasse gerettet und adoptiert. Du kannst Dir sicherlich vorstellen was hier manchmal los ist :-) Aber sie vertragen sich alle. Manchmal gibt es Streit, aber das ist unter Geschwistern ja üblich.
    Liebe Grüße
    Perdita

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    1. Danke Perdita! Ich finde es absolut bewundernswert, dass Du so vielen Katzen adoptiert und ihnen ein schönes zu Hause gegeben hast. Und ich kann mir gut vorstellen, was bei Euch los ist :-)

      Ganz liebe Grüße
      Mihaela

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  3. Ein bildhübscher Kerl :-)
    Ich könnte derzeit keinen Findling aufnehmen, mein Samson wäre todunglücklich und dem alten Herrn möchte ich wirklich keinen Stress mehr antun, immerhin ist er jetzt 19 1/2.
    Das mit den Katzentoiletten kann ich so nicht unterstreichen, als meine Bonnie ihre beiden Jungen bekommen hat (Samson ist eines davon, Molly ist mit 17 verstorben), hatte ich jahrelang eine Toilette für drei Katzen ohne Probleme. Kommt darauf an, was die Katze gewohnt ist und natürlich muss man schauen, dass man die eine Toilette schön sauber hält und im Falle eines Falles öfter mal am Tag sauber machen.
    Ich wünsche dir weiterhin viel Freude mit deiner Menagerie - liebe Grüße und eine schöne Weihnachtszeit.

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    1. Stimmt, je älter die Katze ist, desto schwieriger wird es mit der Akzeptanz einer weiteren, das habe ich schon erlebt. Das mit der Thema Toilette ist bei uns schwierig, der kleine Kater hat kein Problem damit und nutzt beide. Der ältere Kyrie ist da ganz empfindlich und sobald der Kleine in "seiner" Toilette war und wir das nicht sofort säubern, hinterlässt er (wahrscheinlich) aus Protest irgendwo eine Markierung.

      Ganz liebe Grüße und ich wünsche Dir und Deiner Familie ebenfalls eine schöne Weihnachtszeit.

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  4. Ein klasse Bericht! Und ich finde es prima, dass ihr das Kätzchen nicht im Stich gelassen habt :)
    Ich selbst habe einen Hund aus dem Tierschutz und eine Katze von privat... ich werde nie mehr zu einem Züchter gehen... und anfängliche Schwierigkeiten schweißen einfach nur zusammen ��
    Ich überlege schon, ob ich mir auch eine zweite Katze zulegen soll... mal schauen.

    Liebe Grüße und eine schöne Weihnachtszeit dir und deiner Familie!

    Sabine

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    1. Lieben Dank Sabine! Für uns war es irgendwie gar keine Frage mehr ihn zu behalten, nachdem wir uns tagelang um das Kätzchen gekümmert haben. Ich glaube, das hätte niemand über´s Herz gebracht, ihn dann wieder weiter zu reichen. Ich finde es toll, dass Du ebenfalls Tieren ein zuhause gegeben hast, die in Not sind ❤

      Liebe Grüße und Dir und Deinen Lieben ebenfalls eine schöne Weihnachtszeit!

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  5. Hallo Mihaela,
    es ist toll, dass Ihr geholfen habt und Deine Tochter die Zeit & Geduld dafür aufgebracht hat ;)
    Viel Spaß und Gesundheit für Euch & die Vierbeiner !
    LG Katrin

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  6. Huhu du Liebe,
    deine Story könnte zu keiner Zeit besser passen als zur Weihnachtszeit. Da geht mir das Herz auf. Wie lieb von euch. In dieser schrägen Zeit freue ich mich immer über ein wenig Menschlichkeit. Es gibt viel zu viele gefühllose Idioten da draußen. Da hatte die Fellnase großes Glück, dass ihr sie gerettet habt.
    Einen dicken Drücker, einen schönen 4. Advent und herzliche Grüße,
    Tati

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